[FF] ST:O/A

Alles, was nicht direkt zum Forenrollenspiel und dem dazugehörigen Universum passt.
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Aktuh
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Beitrag von Aktuh » So 24. Mär 2019, 22:46

Star Trek: Online / Alternative

Prolog

Die Sonne kitzelte in meinen Augen mit ihren goldenen Strahlen und ich öffnete langsam meine Augen. Der Tag war bereits angebrochen und von draußen drang der Lärm der Großstadt, durch ein gekipptes Fenster, herein.
Ich stand langsam auf und schaute mich um. Auf dem Boden lagen meine Hose und mein Pullover. Unter einem nahen Stuhl lagen meine Stiefel, in denen jeweils eine Socke steckte. Meine Jacke lag auf dem Tisch, unter dem der Stuhl geschoben worden war.
Wo war ich gleich noch mal? Ach ja, in einem Hotel! Es fällt mir immer schwer mich an fremden Orten zu orientieren. Ich war noch nie jemand, der sich an fremden Orten wohl fühlte. Meine eigenen vier Wände waren mir schon immer die liebsten. Dort kenne ich mich aus und fühle mich auch sicher.
Jetzt war ich nicht nur in einem fremden Zimmer, sondern auch in einer fremden Stadt. Mein Auto parkte in der Tiefgarage und ich hoffte, dass es noch heil war. In den heutigen Zeiten musste man damit rechnen, dass es einem gestohlen, aufgebrochen oder zerkratzt werden würde. Aber wahrscheinlich bin ich in dieser Hinsicht einfach zu empfindlich und übervorsichtig.
Mit einem Kopfschütteln verscheuche ich diese Gedanken und gehe ins Bad, wo ich mich ausgiebig dusche. Als das warme Wasser über meinen nackten Körper läuft, bekomme ich eine Gänsehaut. Ich ignoriere sie und dusche weiter, drehe die Temperatur nach oben. Ein wohliges Gefühl durchfährt mich und lässt meinen Körper Kraft schöpfen.
Ja, ich bin ein Warmduscher. Aber genauso liebe ich den Sommer und seine unbändigen Hitzewellen. Meine Gedanken drohen wieder abzuschweifen, hin zu der Umweltzerstörung und der imaginären Kurve, die die Menschheit wohl nicht mehr kriegen wird. Aber bevor ich mich ganz in diesen Gedankengängen verrenne, höre ich auf zu duschen und bringe auch den Rest der Badezimmerprozedur hinter mich.
Zurück im Schlafzimmer, das auch als Arbeits- und Wohnbereich eingerichtet wurde, ziehe ich mich an und mache mich auf dem Weg. Dumm nur, dass ich meine Autoschlüssel nicht finde. Ich durchwühle meine Klamotten von gestern und finde dann das Gesuchte. Immer die selbe Leier. Ich sollte mir mehr Ordentlichkeit angewöhnen.

Endlich am Ziel. Nach mehr als einer Stunde des Herumirrens und Verlaufens war ich dort angelangt, wo ich hin wollte. Ich trat durch die große Flügeltüren des Gebäudes und betrat eine Halle, in der sich ein Stand an den nächsten reihte. Es herrschte ein Gedränge, in dem ich es fast mit der Angst zu tun bekam zerquetscht zu werden.
Ich hielt mich am Rand des Stromes, so konnte ich schnell an einem Stand stehen bleiben, wenn es mir zu viel wurde oder ich etwas interessantes sah. Und im Prinzip war alles interessant.
Cyberhelme, Nervenimplantate, Virtual-Reality Brillen, Sensitiv-Touch Anzüge und mehr. Die High-Tech Convention bot alles, was sich der Nerd -also ich- von Herzen wünschte. Aber mein Ziel lag bei dem größten Stand, den es dieses Jahr gab. Und er lag -leider- zentral. Und nicht nur ich wollte dorthin, sondern auch hunderte von anderen Besuchern. Also drängelte, schubste und zwängte ich mich durch die Massen.
Am Ziel angekommen wurden meine Augen ganz groß. Was hier präsentiert wurde, war eine Maschine, die ein Hologramm erstellen konnte. An sich nichts besonderes, außer, dass dieses Hologramm dreidimensional war und man es betreten konnte. Natürlich war es noch weit von dem entfernt, was man sich als Science Fiction Fan davon erhoffte -nämlich das Betreten erfundener Welten und mit dieser zu Interagieren-, aber diese Maschine zeigte auf, dass es die Technologie auf dem besten Weg dorthin war.
Auf Nachfrage meinte einer der zuständigen Betreuer, dass diese Technologie vielleicht in zehn bis zwanzig Jahren Serienreife haben würde. Für meinen Geschmack viel zu lange. Am liebsten würde ich gestern schon einen Holoraum bei mir zu Hause stehen haben wollen. Doch solche Wünsche gehen leider nicht in Erfüllung.
Ich durfte als einer von mehreren Anwesenden durch das Hologramm schreiten. Es war ein seltsames Gefühl, das mich ehrfürchtig werden ließ. Ich sah ein Livebild der Halle um mich herum. Nur etwas verkleinert. Es war, als wäre ich ein Riese. Ich war mir sicher, dass die Verantwortlichen das mit Absicht gemacht hatten.
Plötzlich begann das Bild zu Flackern. Techniker wurden aktiv, aber Hektik blieb aus. Vielleicht hatte es solche Fehler schon öfters gegeben. Aber dann begann auch an den anderen Ständen die Aktivität rasch zuzunehmen und unerwartet war das Licht in der ganzen Halle weg. Und mein Bewusstsein.

Die Sonne kitzelte in meinen Augen mit ihren blauen Strahlen und ich öffnete langsam meine Augen. Der Tag war bereits angebrochen und von draußen drang die Stille des Landes, durch ein gekipptes Fenster, herein.
Ich stand langsam auf und schaute mich um. Auf dem Boden lagen eine Hose und ein Pullover. Unter einem nahen Stuhl lagen Stiefel, in denen jeweils eine Socke steckte. Eine Jacke lag auf dem Tisch, unter dem der Stuhl geschoben worden war. Aber sie schienen nicht mir zu gehören. Dennoch waren es die einzigen Kleidungsstücke hier.
Wo war ich? Es fällt mir immer schwer mich an fremden Orten zu orientieren. Ich war noch nie jemand, der sich an fremden Orten wohl fühlte. Meine eigenen vier Wände waren mir schon immer die liebsten. Dort kenne ich mich aus und fühle mich auch sicher.
Aber als ich weder ein Bad fand, noch meine Erinnerungen mir sagten, was geschehen war, zog ich die fremden Kleidungsstücke an. Da fielen mir die Veränderungen auf. Wie vom Blitz getroffen und nur mit einer Stoffhose bekleidet, schaute mich nach einem Spiegel um, fand aber keinen. Dann rannte ich nach draußen.
Gleißende Helligkeit und eine sengende Hitze brandeten mir entgegen. Ich versuchte etwas zu finden, das spiegelte und sah in ein paar Metern Entfernung einen Solarkollektor. Als ich mich vor ihm aufbaute, wurde mir flau im Magen und ich sank zu Boden.
Was war mit mir geschehen? Ich hatte mich selbst erblickt und erkannte mich nicht. Ich war zu einem türkishäutigem Dämon mit Hörnern geworden!

Aktuh aus dem Haus Ruktah
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Re: [FF] ST:O/A

Beitrag von Aktuh » So 24. Mär 2019, 22:47

Nullnummer

0.0 Tutorial
Da stand ich nun. Auf einem fremden Planeten. Im Körper eines Aliens. Und was machte ich? Freute mich wie ein kleines Kind, das man ins Disneyland mitgenommen hatte.
Aber Moment ... Konnte das nicht alles nur ein Traum sein, eine Halluzination? Aber ich spürte den Stoff meiner Kleidung, den trockenen Wind, die brennende Sonne. Als ich mir selbst eine Ohrfeige gab, brannte der Schmerz.
"Ah, Sie sind wach."
Ich erschrak und drehte mich um. Hinter mir war ein kleiner Mann einen langen und schmalen Weg zu meiner Anhöhe gegangen, ohne dass ich ihn bemerkt hatte. Er sah wie ein Mensch aus, aber das konnte täuschen. Zumindest hatte er keine Haare und seine gebräunte Haut war ledrig, was mich vermuten ließ, dass er schon lange auf diesem Planeten lebte, vielleicht sogar hier geboren worden war. Seine blauen Augen strahlten Leben und Energie aus und er hatte einen kleinen schwarzen Ziegenbart.
"Sie scheinen sich nach Ihrem Transporterschock recht gut erholt zu haben." Transporterschock? "Lassen Sie uns mal Ihre motorischen Fähigkeiten testen."
Ich kam mir wie in einem Tutorial eines Ego-Shooters vor. Vorwärts gehen. Rückwärts. Seitlich. Hüpfen. Ducken. Kriechen. Sprinten.
Der Mann hatte sich als Doc Samson vorgestellt. Er war tatsächlich Arzt und wie ich durch ein längeres Gespräch erfuhr, war er auch auf diversen wissenschaftlichen Gebieten bewandert.
Nebenher erfuhr ich, dass wir das Jahr 2412 schrieben und ich mich auf Nimbus 3 befand. Auch bekannt als der Planet des galaktischen Friedens. Was aber nur eine große Lachnummer war. An der gemeinsamen Grenze der Föderation, Klingonen und Romulaner, sollte 2267 eine gemeinsame Kolonie aller dreier Sternenmächte entstehen, doch die Siedler bestanden weitestgehend aus Ausgestoßenen und Verbannten. Zumindest von Seiten der Romulaner und Klingonen. Weshalb es nicht lange dauerte, bis sich die drei Parteien bekämpften. Als ein Waffenverbot erlassen wurde, bauten sich die Siedler selbst welche. Meist primitive Schusswaffen. Die aber sehr effektiv waren.

Ich begleitete den Doc zurück nach Paradise City und sehr schnell stellte sich heraus, dass der Doc nicht gerade klein war. Er überragte sogar die meisten anderen Wesen hier. Im Gegensatz dazu stach ich mit meinen fast drei Metern deutlich heraus. Was sogar den wenigen Gorn hier Respekt einflößte, die mit ihren durchschnittlichen zwei Metern fünfzig so jeden anderen überragten.
Seit ich das letzte Mal von dieser Stadt gehört oder sie gar gesehen hatte, war sie kaum mehr als eine Ansammlung von Blech und Resten von Schiffswracks. Doch nun sah ich vor mir ein blinkendes und funkelndes Städtchen, das sich sehen lassen konnte.
Die Gebäude wirkten zwar immer noch, als wären sie zusammengeschustert worden, aber sie wirkten nicht mehr so, als wären sie Teil eines Slums. Sie waren sauberer, aber noch weit davon entfernt zu glänzen. Bunte Lichter und Reklametafeln blinkten und leuchteten überall. In der Nacht musste alles wie ein kleines Las Vegas wirken.

Wir schlenderten durch die Stadt und der Doc zeigte mir verschiedene Geschäfte und Etablissements, wo ich einkaufen konnte. Es gab neben einer Art Supermarkt auch so etwas wie ein Bordell, aus dem entsprechende Geräusche drangen, und sogar eine Waffenschmiede. Diese wurde von zwei Letheanern bewacht, deren rote Augen unheilverkündend glühten.
"Was meinten Sie vorhin mit Transporterschock?"
"Unsere Systeme haben Alarm geschlagen, als ein Schiff in den Orbit eindrang und dort verglühte. Kurz darauf kam die Meldung, dass vor den Toren der Stadt ein Massentransport stattgefunden hat."
"Kameraden?"
"Eine gemischte Gruppe. Gorn, Klingonen, Trill, Menschen und einige Rassen, die ich nicht zuordnen kann. Ihre etwa."
Auf die unterschwellige Frage meiner Abstammung springe ich nicht an. Vor allem, weil ich selber nicht weiß, was ich darauf sagen soll. Etwa, dass das alles eine hyperrealistische Simulation ist und ich im Körper meines Spielcharakters stecke?
"Wo sind sie jetzt?"
"Einige sind schon wach, andere noch komatös. Manche haben ihr Haus nicht verlassen, andere sehen sich in der Umgebung um."
Die Frage, die sich mir stellt, ist ob es sich bei meinen Kameraden um Nichtspielercharaktere handelt oder um andere Menschen, die ebenfalls in ihre Hauptcharaktere transferiert wurden. Falls ja, könnte ich nachhaken, wie sie hierhergekommen sind und herausfinden, ob es eine Gemeinsamkeit gab. Was uns eventuell dabei helfen könnte dieses Universum wieder zu verlassen.

Der Doc lenkte mich zu einer Kneipe und gab mir etwas aus. Er setzte es dem Barkeeper, als "Medikamentierung" vor. Ich musste dabei schmunzeln, denn der Barkeeper, ein kleiner Ferengi, gab nur ungern etwas umsonst heraus.
"Wie ist eigentlich Ihr Name?" Die Frage vom Doc überrumpelte mich.
Kurz überlegte ich. "Zangetsu. Tensa Zangetsu."
In einer dunklen Ecke der Bar sah ich einen Yridianer. Ich wusste aus früheren Begegnungen -nicht persönlich, aber in der damaligen Spielwelt-, dass diese Rasse mit Informationen handelte. Als ich zu ihm ging, stellten wir uns einander vor und Yamlon Nuk, so der Name des Yridianers, begann um den Preis zu feilschen, bevor er auch nur etwas preisgegeben hatte.


0.1 Ehre
Sein Name war Korrok und er war ein Klingone, wie er im Buche stand. Groß, muskulös und mit schwarzen langen geflochtenen Haaren, sowie einem gut gepflegten Kinnbart. Seine Augen waren genauso braun wie seine Haut. Und sein Schädelkamm hob sich mehr als deutlich von seinem Kopf ab.
Als er aufgewacht war, war seine Überraschung groß, dass er nicht mehr in der Welt war, in der er aufgewachsen war. Zuerst hielt er alles für einen Traum und versuchte aufzuwachen. Doch schnell stellte sich Ernüchterung ein. Dies war nun seine Realität und damit musste er sich abfinden - vorerst.
Auf seinen Streifzügen durch die Stadt hatte er andere Klingonen getroffen, die sein Schicksal teilten. K'ratok und Korrok waren als erstes aufeinandergetroffen, als sie die Umgebung auskundschafteten, in der sie aufgewacht waren. Schnell trafen sie auf Wagala und Hakrosh, die ihrerseits -in Klingonenkörper erwacht- die Umgebung erforschten.
Sie erfuhren recht schnell, von einem menschlichen Arzt, dass es noch andere wie sie geben musste. Doch ihnen wurde der Zugang zum Krankenhaus verweigert, wo sich die anderen noch befanden. Es hieß, sie seien aus ihrem Schockkoma noch nicht erwacht.
Bei dem Versuch mit Gewalt in das Krankenhaus einzudringen, wurden sie von einem Kraftfeld aufgehalten und dann von mehreren Nausicaanern verjagt. Da keiner von ihnen bewaffnet war, war an einen Kampf nicht zu denken.
Das war der erste Punkt, dem alle geschworen hatten Abhilfe zu schaffen. Doch wie sollte man an Waffen gelangen, wenn man kaum Geld besaß? Das bisschen in Gold gepresstes Latinum, dass sie ihr Eigen nannten, würde nur für das Nötigste reichen, aber dann wären sie pleite gewesen.
Die kleinste Einheit von Latinum nannte man Slips, danach kamen die Streifen, Barren und die größte Einheit stellte der Block dar. Während ein Barren 20 Streifen entsprach, war ein Streifen 100 Slips wert. Der Block entsprach 500 Barren.
Sich mit der Währung vertraut zu machen war notwendig, denn die hier ansässigen Händler und Verkäufer hatten alle ihre Leibwächter. Mal mehr oder weniger deutlich erkennbar, waren sie immer um einen herum. Zwar schien es möglich zu sein etwas zu stehlen, doch die entsprechenden Fähigkeiten hatte niemand von ihnen. Zumal es gegen ihre Ehrvorstellungen ging.
Schon recht früh hatte die Gruppe herausgefunden, was es mit den Fähigkeiten auf sich hatte. Eigentlich hatten sie ihr Hab und Gut untersucht, um zu sehen, was sie alles bei sich trugen. Hakrosh war der erste, dem der Minitransporter auffiel. Im Prinzip konnte man damit beinahe unbegrenzt viele Gegenstände in den Puffer verschieben und bei Bedarf wieder materialisieren lassen.
Eines der bereits vorhandenen Gegenstände war ein Datenpadd, das Zugriff auf eine Art Handbuch gab. Aber niemand war bereit das über tausend Seiten umfassende Werk zu lesen. Zudem gewährte das Padd einen Blick auf die Fähigkeiten, die man erlernen und verbessern konnte. Es waren unzählig viele.

Hakrosh, Korrok, Wagala und K'ratok flanierten die Hauptstraße von Paradise City hinunter. Wenn man den steinigen und festgetretenen Boden denn so nennen konnte. Auf alle Fälle war er so breit, dass zwei Hovercrafts einander passieren konnten. In regelmäßigen Abständen waren solarbetriebene Lampen aufgestellt worden, die in der Nacht den Weg erhellten. Zwischen ihnen war ein Stahlseil gespannt worden, dass die Straße vom Gehweg trennen sollte. Doch die meisten hielten sich nicht an die Absperrung und spazierten auf der Straße herum. Es passierte nicht selten, dass einer der Passanten von einem Hovercraft angefahren wurde. Da die Fahrzeuge nur mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs waren, wenn man überhaupt mal eines von ihnen zu Gesicht bekam, waren die Verletzungen nicht all zu schwer.
Das Quartett kam an Häusern vorbei, deren Wohnungen sie mieten konnten. Selbst das ganze Gebäude konnten sie kaufen, wenn sie das Latinum und den Willen dafür gehabt hätten. Aber sie waren auf der Suche nach einem Job oder einer Mission, um sich Latinum für Ausrüstung und Waffen zu verdienen.
Wagala war die erste, die erkannte, dass man hier auch recht schnell mit dem Handel von Essen, Trinken und anderen Gütern Latinum machen konnte. Obwohl sie die einzige Kriegerin in der Gruppe war, war es gefährlich, sie darauf anzusprechen, dass es vielleicht an ihrem Geschlecht lag, dass sie ein Auge für sowas hatte. Also schwiegen die drei Männer.

In einer kleinen Nebengasse waren sie auf eine finstere Gestalt getroffen, die in so viele Kleidungsstücke gehüllt war, dass man nicht erkennen konnte, welcher Rasse die Person angehörte oder welchen Geschlechts sie hatte. Auch die Kapuze verdeckte ihr Gesicht. Die Stimme wurde von einem elektronischen Gerät verzerrt und hatte das Quartett gefragt, ob sie nicht Interesse daran hätten jemanden umzubringen. Als Belohnung würden sie das Gebäude samt Geschäft bekommen. Doch sie lehnten mangels Bewaffnung ab.
Schnell wurde Hakrosh, Korrok, Wagala und K'ratok klar, dass man auf dieser Welt alles haben konnte, wenn man nur den Willen hatte es sich zu nehmen. Und ebenso schnell wurde ihnen klar, dass diese Welt viel düsterer war, als man es auf den ersten Blick vermuten konnte.

Um ihre Erfahrungen zu besprechen und weitere Informationen zu bekommen, ging das Quartett dorthin, wo man immer Gerüchte und Wissen diverser Art aufschnappen konnte: In eine Kneipe. Es war anscheinend die einzige in Paradise City und sie trug ironischer Weise den Namen 'Paradise Lost'.
Doch kaum hatten sie die Spelunke betreten, sich an einen Tisch gesetzt und etwas zu Trinken und Essen bestellt, kam eine Gruppe Nausicaaner herbei und pöbelte das Quartett an. Während Hakrosh noch versuchte gar keinen Streit vom Zaun zu brechen, hatte Wagala auch schon ihren Kelch mit Blutwein einem Nausicaaner in den Rachen gerammt. Er starb langsam und unter Qualen. Seine beiden Begleiter zücken Schwerter und wollten gerade zu einem Hieb ausholen, als aus der Finsternis hinter ihnen zwei mächtige türkise, mit Klauen besetzte, Hände nach ihnen griffen und sie in die Dunkelheit zogen. Das Licht war so diffus, dass man nichts erkennen konnte. Jedoch hörte man zwei widerlich klingende Schmatzer. Allen war klar, was mit ihnen passiert war, als ockerfarbenes Blut auf sie zu floss. Als dann auch noch zwei silberne Augen in der Dunkelheit zu leuchten begannen, lief allen Anwesenden ein Schauer über den Rücken. Aus der Finsternis drang eine tiefe gutturale Stimme und hallte von den Wänden wider.
"Ihr gehört mir!"


0.2 Irren ist universell
Alle waren froh, als sie das Krankenhaus verlassen konnten. Einer von ihnen hatte den Spitznamen Fussel bekommen, weil er eine ebensolche Kleidung angezogen hatte. Der Nickname blieb ihm. Kanisha war eine junge Frau, kaum dem Kindesalter entwachsen und wäre beinahe von einem Ferengi verschleppt worden, der sie für seinen Harem wollte. Gerettet wurde sie von Jim, einem ehemaligen Soldaten, der sich ihrer annahm. Begleitet wurden sie noch von Jitsay und Lis, zwei vereinigten Trill.
Wie sie sehr schnell feststellen mussten, hatte jeder von ihnen einen kleinen Bungalow als Wohnsitz. Allerdings mangelte es ihnen ansonsten an allem. Essen, Trinken, Kleidung und auch Latinum waren nur begrenzt verfügbar. Also hieß es: Arbeit finden. Doch das war leichter gesagt als getan. Vor allem irrten sich alle darin, als sie der Meinung waren, dass sie bereits als voll ausgebildete Meister starten würden, wenn sie eine Arbeit annahmen. Doch dem war nicht so. Sie starteten alle als Lehrlinge.

Fussel verdingte sich als Jäger. Viele Raumschiffe hatten Arachnoide verschiedenster Arten eingeschleppt die sich nun, mangels natürlicher Feinde, ungehemmt vermehrten. Teilweise waren sie über die Jahre zu riesenhaften Wesen mutiert, was der Sonneneinstrahlung zu verdanken war.
Als der Mensch das erste Mal den Jägerladen betrat, stolperte er fast wieder zurück nach draußen. Vollkommen überrascht war Fussel, als er einem Hirogen gegenüberstand. Fussel hatte schon beinahe mit seinem Leben abgeschlossen, als sich herausstellte, dass der Hirogen der Inhaber war. Als einziger seiner Art auf dieser Welt, hatte er keine Konkurrenz und konnte seinem Trophäenraum fast täglich neue Beute hinzufügen.
"Wo geht es heute hin?"
Fussel hielt ein Disruptorgewehr in den Händen und schielte durch das Zielfernrohr. Vor den Toren von Paradise City war es ruhig und es gab nichts Auffälliges zu sehen.
Der Hirogen antwortete nur knapp. "Nach Norden."
"In die Sandberge oder zum Hardt-Massiv?"
"Würmer jagen."
"Also in die Sandberge."
Auf dem halbstündigen Weg schwiegen beide. Dabei überprüften sie ihre Waffen immer und immer wieder. Der Hirogen war kein großer Redner und das hatte Fussel sehr schnell verstanden. Die Hintergründe für sein Hiersein waren ihm noch ein Rätsel. Vielleicht würde er eines Tages darüber sprechen. Aber Fussel glaubte nicht daran. Hirogen waren stur. Da standen sie einem Klingonen in nichts nach.
Als sie die ersten Dünen erreichten, sahen sich beide nach Spuren von Sandwürmern um. Es waren Wesen, die von einer anderen Welt miteingeschleppt wurden. Von welcher ließ sich nicht mehr nachvollziehen. Sie hatten sich an das Leben in der Wüste angepasst und lebten unterirdisch. Man konnte sie erkennen, wenn man den Boden beobachtete und dort sich bewegende Wölbungen sah. An sich waren diese Tiere eher scheu, konnten aber gefährlich werden, wenn man ihnen zu nahekam.
Der Hirogen teilte Fussel mit, dass ihre heutige Aufgabe darin bestehen würde kleinere Sandwürmer, am besten Larven, zu fangen. Ein Kunde hatte danach gefragt. Es war wohl einer der Farmer, der diese Tiere züchten wollte. Es war durchaus möglich aus ihrem Panzer Kleidungsstücke zu fertigen und ihr Fleisch zu essen.
"Da."
Der Hirogen deutete auf eine sich wölbende Oberfläche. Nach der Stärke und Geschwindigkeit der Wölbung zu urteilen, war das ein recht großer Sandwurm. Also genau das Gegenteil von dem, was sie suchten. Doch dem Hirogen schien das egal zu sein. Er sprintete los, genau auf den Sandwurm zu. Fussel folgte ihm und sah, wie der Hirogen eine Betäubungsgranate warf. Schnell schloss der Mensch seine Augen und hielt sich die Ohren zu. Nachdem er die Detonation spürte, zählte er innerlich bis fünf und ging dann in Angriffsposition. Der Hirogen hatte sich bereits auf den Rücken des Sandwurms geschwungen und ihn am Boden mit ein paar Seilen verankert. Noch war der Wurm betäubt und rührt sich kaum, doch das konnte sich jederzeit ändern. Ein Falchion erschien in den Händen des Hirogen und er öffnete die Schuppen am After des Wurms. Fussel hatte die ganze Zeit über einen Kanister auf dem Rücken getragen, den er nun zum Hirogen brachte. Die Eier des Wurms wurden in diesem Kanister verstaut. Als dieser voll war, entfernten sie sich und Fussel sah den Hirogen von der Seite an.
"Wollen wir den Wurm nicht töten?"
"Nicht Teil des Auftrags."
"Für eine Trophäe?"
"Ich habe bereits Schuppen von größeren Exemplaren."

Kanisha und Jim waren einem Sicherheitsdienst beigetreten, der seine Leute vermietete. Ihre Arbeit umfasste das Beschützen von Personen, aber auch von Gebäuden. Ab und an kam es aber auch zu unlauteren Aufträgen. Etwa, wenn jemand seine Miete nicht bezahlte. Dann wurden Kanisha und Jim hingeschickt, um 'Überzeugungsarbeit' zu leisten.
"Das gefällt mir nicht, Jim."
"Das muss es auch nicht, Kanisha. Es ist unser Job und wir müssen den Auftrag erledigen."
Es war schon dunkel. Kanisha und Jim standen im Schatten eines Vordaches. Ihre Kleidung war dunkel gehalten, damit sie leichter mit der Finsternis verschmelzen konnten. Jemand ging an ihnen vorbei. Sie sahen das Glühen einer angezündeten Zigarre. Das Rauchen hatte auf dieser Welt eigentlich keinen festen Bestandteil und es gab auch keine Händler dafür, aber dennoch tauchten diese giftigen Tabakwaren immer mal wieder auf. Vielleicht würde man sie irgendwann darauf ansetzen, doch ihr jetziger Auftrag war ein anderer.
"Die beiden Monde gehen bald auf. Pass auf, dass dich ihr Schein nicht verrät."
"Jaja." Kanisha klang genervt.
Jim konnte es ihr nicht verübeln. Immer und immer wieder wurden ihnen die Grundzüge eingebläut.
"Da kommt er."
Jim deutete auf einen Mann, der romulanische Ohren und klingonische Stirnwülste besaß. Beide Merkmale waren aber nicht sehr dominant. Aus der kurzen Missionseinführung wusste Jim, dass der Mischling zur Hälfte Mensch war und zu je einem Viertel Romulaner und Klingone. Was auf Nimbus 3 immer noch eine Seltenheit war, obwohl der Planet schon seit Jahrhunderten von allen drei Rassen besiedelt wurde.
Der Mann wollte gerade sein Haus betreten, das ihn Jim von Hinten packte und ihn gegen die Wand schleuderte. Rotes Blut sickerte aus seiner Nase, als er benommen zu Boden sank.
„Wa...?“
Weiter kam er nicht. Jim trat mit seinen schweren Schuhen in den Bauch des Mischlings und brachte ihn so zum Schweigen.
„Ich denke, Sie wissen wer uns schickt und was wir von Ihnen wollen.“
Wortlos hob der Mischling seine linke Hand zur Abwehr, als er gleichzeitig mit der rechten in seine Jacke fasste.
„Keine falschen Ideen!“
Das war Kanisha, die nun aus einem Schatten trat und mit einem Phaser auf den Mann zielte. Er griff dennoch in seine Jacke und holte dann einen Datenchip heraus. Es dauerte nur Sekunden, um die gewünschte Summe einzutreiben. Dann verschwanden Kanisha und Jim wieder so schnell im Dunkeln, wie sie aufgetaucht waren.

Jitsay und Lis hatte es wieder zurück ins Krankenhaus geführt, wo sie als Krankenschwestern und Arzthelferinnen Fähigkeiten sammelten, die sie dazu befähigte, kleinere Arzneien selbst zu mischen. Sie lernten auch, welche Mittel gegen welche Krankheit oder Vergiftung half.
Die Patienten kamen mit den unterschiedlichsten Verletzungen. Bauern, die in dieser kargen Welt versuchten etwas anzubauen, kamen meist mit Schürf- und Schnittwunden. Diese bekamen sie meist von ihren Gerätschaften, die sie unsachgemäß benutzten. Manchmal auch mit Quetschungen oder Zerrungen, wenn sie versuchten Felsen von ihrem Land zu entfernen. In letzter Zeit auch öfters mit Bisswunden und Vergiftungen von Arachniden. Diese Tiere setzten neuerdings auch den Jägern zu, denn ihre Zahl nahm langsam überhand, genauso wie ihre Größe und Aggressivität. Manchmal trauten sich einige Spinnen oder Skorpione sogar in die Nähe von Paradise City. Selten aber hinein, denn ihre Nahrung fanden sie meist in den dunklen Untergrundhöhlen oder bei den Stauborchideen-Züchtern und den Rotsang-Bauern.

Die Bezahlung fand täglich statt und so trafen sich alle fünf nach ihrem Feierabend, an einem Straßenstand, wieder, der Skorpid-Döner, Tribble-Kebap und andere seltsame Gerichte anbot. Wie etwa Wurmsuppe, Käfersalat oder gebratene Eingeweide von diversen Tieren.
Sie hielten sich alle an den Skorpid-Döner, denn da konnten sie noch am ehesten erahnen, was die Zutaten waren. Nachdem der erste Ekel überwunden war, taten sie sich gütlich daran und mussten feststellen, dass das ein oder andere Gericht, so fremdartig es auch schien, recht gut schmeckte.
Plötzlich vernahmen sie ein Wimmern aus einer Nebengasse. Als sie sich vorsichtig näherten, entdeckten sie einen Gorn, der zusammengekauert in einer Ecke lag.

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